Freitag, 30. Juli 2010
Wärmekammern dienen der Beheizung, Temperierung oder Lagerung unterschiedlichster Stoffe - zumeist in Fässern und Containern (sog. IBC). Vornehmlich geht es dabei um Viskositätswandlung, d.h. das Verflüssigen hochviskoser oder erstarrter Behälterinhalte zum Zwecke der Weiterverarbeitung. Anwendungen finden sich in der Chemischen Industrie, in der Lack- und Fettverarbeitenden Industrie genauso wie in der Mineralölindustrie, vor allem aber auch im in der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie. Neben Standardgrößen und -typen werden aber auch in hohem Maße speziell gefertigte Wärmekammern angeboten, die den unterschiedlichen Anwendern, deren Aufgabenstellungen und örtlichen Gegebenheiten Rechnung tragen.
Referenzobjekte
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Die Konstruktion besteht idR aus einem Profilstahl-Rahmen, der nach innen und außen mit Stahl- oder Edelstahlblechen verkleidet ist. Dazwischen wird eine der Aufgabenstellung angepasste Wärmedämmung vorgesehen, um Wärmeverluste weitgehend zu minimieren und die erforderlichen Prozesszeiten so gering wie möglich zu halten. Dies spart einerseits Energiekosten und sorgt andererseits dafür, das die erforderlichen Chargen zu vorgegebenen Zeiten dem Produktionsprozess zur Verfügung gestellt werden kann.

Bei den sog. Durchlauf- oder Tunneltypen werden die Fässer zumeist auf Rollenbahnen an einer Wärmekammerseite aufgegeben und nach Beendigung der Wärmebehandlung an der gegenüberliegenden Seite entnommen (first in first out). Bei der sog. Breitseitenbeschickung werden die Fässer (oftmals auf Paletten) und Container mittels Handhubwagen oder eher noch mit Gabelstapler in die Wärmekammer eingestellt bzw. entnommen. Bei den Wärmekammern, die zur Aufnahme mehrer Gebinde/Container geeignet sind, werden diese aus Platzgründen vornehmlich in 2- oder 3-Etagen übereinander auf stabilen Gitterroste abgestellt. Verschiedene Ausstattungsmöglichkeiten bieten u.a. Auffangwannen, die den Inhalt evtl. defekter Behältnisse auffangen und so das Produkt vor Verlust schützen, vor einer Verschmutzung des Kammerinnenraums und des Aufstellungsortes bewahren und möglicherweise die Kontamination des Erdreiches verhindern.

Die Beheizung kann elektrisch erfolgen, mittels Widerstandsheizkörpern oder über Heizregister als Wärmetauscher, wobei Dampf, Heißwasser oder Thermalöl als kostengünstige Energieträger oft schon aus vorhandenen Netzen genutzt werden können.

Für eine schnelle und zugleich schonende und gleichmäßige Aufheizung sorgt eine kräftige Luftumwälzung. Mittels Ventilatoren wird die Kammerinnenluft über den Behältern angesaugt, um dann über die in einem Luftkanal montierten Heizungen/Wärmetauscher geführt zu werden. Die so erwärmte Luft tritt dann im unteren Kammerbereich wieder in den Wärmebehandlungsraum ein und umströmt so alle Fässer und Container gleichmäßig zum Zwecke der Wärmeübertragung.

Die Wärmekammern werden im Allgemeinen anschlussfertig geliefert. Dies beinhaltet selbstverständlich auch Temperaturregler für eine gradgenau Temperaturvorwahl, wobei die Elektro-Wärmekammern standardmäßig zusätzlich mit einem Sicherheits-Temperaturbegrenzer ausgestattet sind zum Schutz vor 'Übertemperaturen' oder bei Ausfall des Reglers. Bei Anlagen für Aufstellung im Pharma- oder Lebensmittelbereich werden mehr und mehr Komplettlösungen geliefert, mit Programmiermöglichkeiten des Verfahrensablaufs bis hin zur SPS inkl. entsprechend und individuell entwickelter Software.

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